Kontakt

Sie erreichen den/die Kinderbeauftragte/n des Bahnhofviertels per
E-Mail unter bahnhofsviertel (at)kinderbeauftragte-frankfurt.de

Steckbrief Bahnhofsviertel

bahnhofsviertel

Der Stadtteil Bahnhofsviertel gehört zum Ortsbeizirk 1.
Wissenswertes aus und über das Bahnhofsviertel finden Sie hier.

Aktuelles aus dem Bahnhofsviertel

Nachdem die Ortsbeiräte sich nun konstituiert haben, werden in den nächsten Sitzungen auch die Kinderbeauftragten für jeden Stadtteil vorgeschlagen. Dabei wird es im Bahnhofsviertel zu einer Veränderung der personellen Besetzung kommen. Herr Langlet steht in dieser Wahlperiode für das Amt der Kinderbeauftragten nicht mehr zur Verfügung. Einen Nachfolger / eine Nachfolgerin wird noch gesucht.

In der Zwischenzeit wenden Sie sich mit Nachfragen, Anregungen und Problemen bitte an das Frankfurter Kinderbüro

Telefon 069 212 39001 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Städtische Mitarbeiter wenden sich bitte direkt an Frau Noth von der Geschäftsstelle der Kinderbeauftragten christine.noth(at)stadt-frankfurt.de

Regionalrat für das Bahnhofsviertel

pfeilbogen rotWie schon in verschiedenen anderen Stadtteilen, wurde nun ein Regionalrat für das Bahnhofsviertel gegründet. Wer sind die Menschen, die sich dahinter verbergen? Erfahren Sie mehr über die beiden Menschen, die den neuen Regionalrat leiten in einem Artikel der FNP (Link!) vom 17.02.2017.

Ein Koffer für die Streitschlichter

pfeil1Nach dem Abschluss der Ausbildung zu Streitschlichter erhielt die AG von den Mitgliedern der Mediationszentrale noch einen Koffer mit nützlichen Materialien.

Lesen Sie dazu mehr in einem Artikel der FNP vom 18.11.2015

Streitschlicher Projekt

An der Weißfrauenschule im Bahnhofsviertel gibt es eine Streitschlichter AG.

Was hat es damit auf sich? Darüber gibt eine Bericht der Frankfurter Neuen Presse vom 21.4.2015 Auskunft.

Veranstaltungshinweis

 

kindheit-im-bahnhofsviertel  strassenkreidebild 

Die Kinder aus dem Bahnhofsviertel

Feature des Presse- und Informationsamtes der Stadt Frankfurt am Main - 04.02.2014 -Astrid Biesemeier

Bhv 6 kleinDie Kinder aus dem Bahnhofsviertel

Wissenschaftlerinnen der Goethe-Universität forschen über Kindheit zwischen Hauptbahnhof und Bankentürmen
Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist einer der am intensivsten erforschten Stadtteile Deutschlands. Nur Kinder wurden dabei noch nie in den Blick genommen. Ein Forschungsprojekt der Frankfurter Universitätsprofessorin Sabine Andresen schließt diese Lücke nun. Zweieinhalb Jahre haben sie und ihre wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen zwölf Kinder beobachtet, begleitet und so das Bahnhofsviertel aus Kinderaugen kennengelernt.

„Der da oben gerade die Haare schneidet, das ist mein Onkel", erzählt Ismael beim Gang durch die Münchner Straße. Miriam sagt: „Wenn man da über eine Brücke geht, dann muss man ein bisschen geradeaus, dann rum und dann sieht man die Schule schon." Und Laura berichtet von einer unangenehmen Begegnung: „Auf der Straße war so ein Mann, dem war die Hose kaputt gegangen und der lag auf der Straße vor den Autos und alle Polizisten mussten ihn fest machen." Drei Kinder, drei Erfahrungen, drei Perspektiven, ein Bahnhofsviertel. Drei Geschichten, die erkennen lassen, dass Beziehungen, Sicherheit und Autonomie wichtige Dimensionen für die Jungen und Mädchen sind, auch wenn sich ihre Wahrnehmungen unterscheiden.

Nicht für Kindergemacht?

„Auf den ersten Blick wirkt das Frankfurter Bahnhofsviertel wie ein Stadtteil, der nicht für Kinder gemacht ist. Es gibt kaum einladende Freiflächen, das Viertel ist geprägt durch eine Drogen- und Prostitutionsszene ebenso wie durch die Bankentürme – keine typischen Räume für Kinder", sagt Sabine Andresen, die Frankfurter Universitätsprofessorin für Sozialpädagogik und Familienforschung und Leiterin eines IDeA-Projektes. Zusammen mit Susann Fegter, ihren beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Elena Bütow und Nora Iranee sowie zwei studentischen Mitarbeiterinnen erforscht sie „wo Kinder sich vor oder nach der Schule aufhalten, wie sie und ihre Eltern die Räume leben und erleben." Die Wahl fiel auf das Bahnhofsviertel, weil es eines der heterogensten und urbansten Quartiere Frankfurts ist.Bhv 2 klein

Quartier der großenKontraste

Es gibt kaum ein Viertel in Deutschland, in dem die Kontraste so groß sind und so eng beieinander liegen. Dass hier auch Kinder leben und aufwachsen, nehmen nur wenige wahr. Als die Wissenschaftlerinnen 2010 mit ihren Forschungen begannen, lebten laut Melderegister insgesamt 2.187 Menschen im Stadtteil, 123 davon Kinder. Zweieinhalb Jahre haben sich die Forscherinnen an die Fersen von zwölf Kindern der Karmeliterschule in der Moselstraße geheftet und sie während dieser Zeit intensiv begleitet – von der zweiten Klasse bis zum Übergang in eine weiterführende Schule. Um die Welt des Stadtteils aus der Sicht der Kinder zu verstehen und zu beschreiben, haben sie wie ein Ethnograf zunächst beobachtet. In der Praxis hieß das: Sie haben unter anderem vor Schulbeginn auf dem Schulhof gewartet und notiert, ob die Kinder allein oder in Gruppen kommen, ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß, ob mit Eltern oder ohne. Und nach der Schule haben sie beispielsweise in einem Café gesessen und wieder beobachtet. Gehen die Kinder nach Hause? Werden sie abgeholt? Halten sie sich im Bahnhofsviertel auf? Und falls ja: Was machen sie? Welche Wege sind wichtig? Analysiert und kategorisiert wurde in dem Forschungsprojekt, das auch die Perspektive der Eltern einbezieht, erst in einem späteren Arbeitsschritt.

Dörfliche Strukturen im Herzen der Stadt

Am meisten hat überrascht hat die Forscherinnen „dass das Bahnhofsviertel aus der Perspektive der Bhv 3 kleinKinder manchmal fast dörflich erscheint. Darüber hinaus war sehr interessant, wie wichtig Kinder es finden, auf ihren täglichen Wegen bestimmte Personen, zum Beispiel den Friseur, regelmäßig zu sehen, zu kennen und von ihm begrüßt zu werden. Außerdem ist ein wichtiger Befund, dass die Kinder das Quartier nach vertrauten und in ihren Augen sicheren und unsicheren Straßen, Orten und Plätzen einteilen. Das überschneidet sich nur teilweise mit den Sichtweisen der Erwachsenen. Aber insgesamt erleben die Kinder das Bahnhofsviertel überwiegend als positiven Lebensraum. Daher war es wahrscheinlich überraschend mit seinen eigenen Erwartungen zu brechen und festzustellen, wie ,normal' eine Kindheit im Bahnhofsviertel sein kann."Bhv 1 klein

Jedes Kind hat seine eigene Sicht

Großer Anziehungspunkt für die Kinder ist ein Ein-Euro-Laden. Aber auch der Bubble-Tea-Shop oder die Eisdiele sind beliebt. Nora Iranee erklärt die Anziehungskraft des Ein-Euro-Ladens so: „Die Kinder gehen nicht unbedingt hinein, um etwas zu kaufen. Er ist ein Ort, wo sie Dinge sinnlich erfahren und entdecken können. Sie können auch Bewertungen zu den Artikeln abgeben. Es gibt Nahrungsmittel, Süßigkeiten, das Sortiment ändert sich fast täglich. Das ist für Kinder interessant. Und sie können an alle Artikel gelangen. Auch das ist wichtig." Hört man den Forscherinnen zu, bekommt man eine Ahnung davon, wie das Bahnhofsviertel aus der Kinderperspektive aussieht. Das gilt manchmal buchstäblich: etwa bei Zigarettenkippen oder Unrat auf der Straße. „Da sind die Kinder wegen ihrer Größe fast einen Meter dichter dran"", sagt Elena Bütow. Natürlich haben die Forscherinnen für ihre Arbeit ein Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufgebaut und auch mit den Eltern gesprochen. Sie haben sich Orte zeigen lassen, die die Kinder besonders mögen – zum Beispiel ein Klettergerüst am Main oder die Skaterbahn. Als bedrohlich empfinden sie unter anderem die Brücke der ICE Trasse Richtung Hannover. Den Bahnhof selbst finden die einen spannend und die anderen eher erschreckend wegen der, wie die Kinder sie nennen, „Penner". Vor „Bildern von nackten Frauen" ekeln sie sich. Elena Bütow: „Es hat sich gezeigt, dass es keinesfalls immer Konsens darüber gibt, wie welcher Ort zu bewerten ist." Und Andresen ergänzt: „Es gibt nicht ein Bahnhofsviertel für alle Kinder. Jedes Kind erzählt sein eigenes Bahnhofsviertel."

Wohlbefinden sichern – aber wie?

Bhv 4 kleinDas Projekt ist Teil der Forschungen des Teams zu Kindheit in unterschiedlichen Lebensräumen und zu kindlichem Wohlbefinden. „Wir planen gerade eine vergleichende Nachbarschaftsstudie mit Jerusalem und Cleveland. Wir zielen aber mit unseren Erkenntnissen auch auf die Diskussion vor Ort: Wie kann das Wohlbefinden von Kindern gewährleistet werden? Welchen Beitrag zur guten Gestaltung von Kindheit im Bahnhofsviertel können die Verantwortlichen in der Stadt, in den Einrichtungen leisten? Wie lassen sich bei Entscheidungen die Sichtweisen von Kindern konsequent einbeziehen? Gerne würden wir unsere Ergebnisse in die Gremien der Stadt tragen und zum Beispiel mit dem Kinderbüro der Stadt diskutieren. Aber nicht nur für die ,klassischen' Verantwortlichen – Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Kinderbüro, Elternberatung – sollten die Sichtweisen von Kindern auf die Viertel, in denen sie leben, von Interesse sein. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind davon betroffen", so Bütow.Bhv 5 klein

PraktischeUmsetzung folgt

Über neue Erkenntnisse zu Kindern im Bahnhofsviertel, die voraussichtlich auch in einem Buch vorgestellt werden sollen, freut sich auch Angelika Trotzer vom Internationalen Kinderhaus am Wiesenhüttenplatz: „In den Stadtteilbegehungen haben wir unmittelbar erfahren, wo sich die Kinder aufhalten, welche Plätze sie meiden, was sie machen und wie sie ihr Quartier sehen. Die Kinder haben uns unter anderem in Gesprächen auf fehlende Spielplätze, Fußballplätze und Grünflächen hingewiesen." Manches wurde sogar schon umgesetzt, denn so Trotzer weiter: „Die Erfahrungen aus dem Projekt flossen in unsere Arbeit mit ein. Beispielsweise konnten wir auch die Bedeutung unseres Kinderhauskioskes besser verstehen und das Angebot gezielter auf die Kinder ausrichten."

Steckbrief Kinderbeauftragte/r

OBR1 LangletLieber Kinder, liebe Eltern,
mein Name ist Jean-Marie Langlet und ich bin der Kinderbeauftragte von Bahnhofsviertel.

Welche Themen haben Sie in den letzten Jahren am meisten beschäftigt?

Das Hauptanliegen im Bahnhofsviertel ist die Schulwegsicherung. Wir haben uns zudem in den letzten Jahren für einen Spielplatz an der Karmeliterschule eingesetzt. Dieser wurde dann beantragt und schließlich gebaut.

An was arbeiten Sie zur Zeit?

Im Bahnhofsviertel ist es auffällig, dass die Kinder nicht auf der Strasse zu sehen sind. Außer mit der Bitte nach einer besserer Schulwegsicherung, treten die Eltern nicht an mich heran und es ist demnach schwierig, Kontakt zu den Familien vor Ort herzustellen. Wir hatten eine Betreuung für die Wochenenden und die Ferien auf dem Schulhof der Karmeliterschule organisiert. DIese wurde jedoch nicht in Anspruch genommen und das Projekt wurde wieder eingestellt. Ein weitere Aufgabe sehe ich in einer befriedigenden Regelung des Schulbusverkehrs vom Gutleutviertel zu den Schulen im Bahnhofsviertel. Ich habe diesbezüglich zusammen mit meiner Kollegin aus dem Gutleutviertel einen Antrag gestellt, da bislang nicht alle KInder den Schulbus benutzen dürfen. Aktuell wird auf meiner Website ein Forschungsprojekt vorgestellt, dass sich mit der Kindheit in Bahnhofsviertel befasst und zu dem ich auch mehrmals interviewt wurde.

Was möchten Sie in Zukunft bewegen?

Zurzeit bin ich auf der Suche nach neuen Ideen und Konzepten, um die Kinder im Bahnhofsviertel erreichen zu können. Ich möchte das Bahnhofsviertel für Kinder und ihre Familien angenehmer gestalten. Ich stelle mir eine besondere Aktion vor. Ich sehe mich als Vermittlerin zwischen Kindern und der Politik und dafür brauche ich den direkten Kontakt zu den Kindern.

Mit wem sind Sie vernetzt?

Ich habe sehr gute Kontakte mit allen Schulen und Kindergärten. Es gibt ein Treffen, das sich Stadtteilinfo nennt und vier mal im Jahr stattfindet. Dorthin kommt z.B. die Polizei und jemand aus dem Sozialrathaus und wir bearbeiten verschiedene Themen, die das Viertel betreffen. Zudem bin ich Mitglied im Verein "Werkstatt Bahnhof". Der Verein ist ein Zusammenschluss von Bürgern und allen Vereinen des Bahnhofsviertels. Bei den monatlichen Treffen kommen Bürger, Vertreter der sozialen Einrichtungen und Kirchen zusammen und besprechen die Situation in Bahnhofsviertel unter Einbezug der verschiedenen Perspektiven.